Mittwoch, 19. märz 2008
So ist das im Leben: gerade denkt man, es geht vorwärts und dann kommt der nächste Rückschlag. Letzte Woche dachte ich, ich mache endlich Fortschritte beim Springen. Ich dachte, ich hätte das "Losgerenne" von meinem Wallach im Griff. Gestern hat er mich eines besseren belehrt. Es war so schlimm wie noch nie. Egal, was ich gemacht habe, er ist immer schneller geworden. Er hat mich immer wieder nach vorne gezogen. Daran, im Sattel zu sitzen und Gewichtshilfen zu geben, war gar nicht zu denken. Ich habe es ja versucht, aber mir fehlt einfach die Kraft. Und meine Trainerin wirft mir vor, ich würde es nicht versuchen *heul*.

Klar, ich muß weiter daran arbeiten, daß mein Dicker besser auf mich reagiert. Ich würde aber gerne verstehen, warum er so losgeht. Ich meine, es muß doch auch äußere Faktoren geben, die ihn so durchknallen lassen. Und wenn ich die durchschaue, kann ich diese Anfälle (und nichts anderes ist das in meinen Augen) vielleicht von vornherein verhindern. 

Mir ist klar, daß ich mich, wenn er erstmal losrennt, falsch verhalte und sein Verhalten damit noch verstärke. Ich arbeite daran (wenn ich auch noch nicht wirklich weiß, wie das richtige Verhalten auszusehen hat), aber es ist verdammt schwer. Vielleicht ist ja auch das, was meine Trainerin mir rät (durchparieren und dann bestrafen) falsch. Ich bin ratlos.

An der Ausrüstung (Sattel, Trense) kann es eigentlich nicht liegen. Dann würde er nämlich in jeder Reitstunde ausflippen. Es kann auch nicht an den Sporen liegen, weil er auch schon den einen oder anderen Anfall gekriegt hat, wenn ich gar keine Sporen an den Stiefeln hatte. Am Futter kann es auch nicht liegen, weil er jeden Tag das gleiche bekommt.

Gestern nach der Stunde ist mir aber ein abenteuerlicher Gedanke gekommen. Ich weiß nicht, ob es angehen kann oder ob ich mich da in etwas hineinsteigere. Die Stute einer Mitreiterin, die nicht bei uns im Stall steht (und damit nicht zur Herde gehört) ist rossig und scheinbar hat sie ein Auge auf Maskaron geworfen. Sie stand beim Putzen in seiner Nähe und hat sich immer wieder in seine Richtung gedreht und ihn angewiehert (richtig niedlich). Was, wenn die Rosse der Stute irgendwie sein Verhalten beeinflußt (Imponiergehabe). In der Herde ist mein Dicker eher rangniedrig (glaube ich), jedenfalls hält er sich da von den Stuten fern (die haben zwei Warmblut-Wallache unter sich aufgeteilt). Aber meistens, wenn er ausgetickt ist, war eine Stute mit im Spiel.

Leider weiß ich nicht, wann mein Dicker gelegt wurde (wann er seine Männlichkeit verloren hat). Man sagt oft, daß wenn Hengste erst spät gelegt werden, sie trotzdem noch hengstiges Verhalten zeigen. Was, wenn mein Dicker komplett durcheinander ist, wenn eine rossige Stute in seiner Nähe ist.

Wie gesagt, keine Ahnung, ob das angehen kann. Ich werde es aber auf jeden Fall mal beobachten. Ich kann dann zwar nichts daran ändern, ich kann aber wenigstens vermeiden, mit Stuten ins Gelände zu gehen :)
von pferdefreak veröffentlicht in: Hobby
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