Freitag, 7. dezember 2007

In vielen Zeitschriften taucht immer wieder mal eine Frage von Freizeitreitern auf: Wie oft soll ich mein Pferd reiten, damit es ihm gut geht (für Profis ist die Antwort ganz klar täglich, die müssen ja auch für Turniere u.a. in Form bleiben)?

Natürlich gibt es hier kein Patentrezept - es kommt immer auch auf das Pferd und die Haltungsbedingungen an. Man muß jedoch immer bedenken, daß das Pferd ein Steppentier ist. D.h. in freier Wildbahn legen Pferde oft lange Strecken auf der Futtersuche zurück. Der ganze Organismus ist hierauf eingerichtet, der Kreislauf und damit der Transport der Nährstoffe innerhalb des Körpers funktionieren am besten in Bewegung. Ein Pferd, das zuwenig Bewegung hat, kann sich leicht "kaputtstehen", es lagern sich Giftstoffe in den Muskeln an, das Futter wird nicht mehr ordentlich verdaut, Lahmheiten und Koliken können die Folgen sein.

Trotzdem muß man nicht Bewegung mit Training gleichsetzen. Oft genügen mehrere Stunden auf der Koppel. Ich bin eigentlich ein typischer Freizeitreiter. Ich nehme zur Zeit dreimal die Woche Unterricht und ab und zu, wenn es das Wetter zuläßt, mache ich einen längeren Ausritt. Trotzdem bekommt mein Pferd genug Bewegung. Er darf jeden Tag mehrere Stunden auf die Koppel und das scheint ihm zu genügen, sogar wenn er mal ein paar Tage nicht raus kann. Letzten Winter hatte ich Gelegeneheit, das zu testen. Wir hatten eine längere Frostperiode, bei der die Pferde nicht raus konnten (der zuvor matschige Boden war gefroren und sehr uneben, so daß die Verletzungsgefahr zu groß war) und es auch zu kalt zum reiten war (ich hatte kaum Gefühl in Füßen und Fingern, da macht Training echt keinen Sinn). Damit sich die Pferde überhaupt ein wenig bewegen können, wollten wir sie in der Halle laufen lassen. Mein Dicker ist langsam in die Mitte der Halle gegangen und hat sich zu mir umgedreht. Er schien fragen zu wollen, was er denn nun in der Halle soll. (Klar, andere Pferde fangen erstmal wild an zu buckeln). Das hat mich dann doch sehr beruhigt.

Bei der Frage, wieviel Training notwendig ist, kommt also viel auf die Haltungsbedingungen und das Temperament des Pferdes an.

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Donnerstag, 6. dezember 2007
Ich erlebe immer wieder, wie klassisch ausgebildete Reiter über Westernreiter die Nase rümpfen. Es gibt viele Vorurteile, dabei haben doch alle Reitweisen ein gemeinsames Ziel: ein gut ausgebildetes, gesundes, auf die Hilfen (die Kommandos) reagierendes Pferd. Wenn man sich aber mal anschaut, wer alles von sich behauptet "Western" zu reiten, merkt man schnell, daß sich hier viele Idioten tummeln. Viele Reiter scheinen zu glauben, daß sie einfach mit durchhängenden Zügeln gemütlich vor sich hinzureiten brauchen und schon sei das Western. Dabei muß auch beim Westernreiten das Pferd gründlich ausgebildet werden.

Ich habe selbst einmal die Erfahrung gemacht, daß man sich nicht einfach nur aufs Pferd setzen und die Zügel durchhängen lassen kann. Als ich etwa Anfang 20 war, bin ich gelegentlich mit einem älteren Herrn ausgeritten, der 8 Pferde hatte. Bis auf "sein" Pferd waren die Tiere nicht "Western" ausgebildet. Trotzdem erklärte er mir gleich, daß er Western reitet (also Zügel lang). Meistens war das auch kein Problem, die Pferde kannten alle Wege und eigentlich mußte man tatsächlich nur draufsitzen und die Gegend genießen. Nur einmal hatte mein Mitreiter die Idee mal einen anderen Weg auszuprobieren. Da er vorne weg ritt und meine Stute seinem Wallach brav hinterherlief ging alles ganz gut. Solange, bis wir einen kleinen Bach überqueren mußten. Meine Stute weigerte sich. Da ich die Zügel lang hatte, konnte sie immer wieder seitlich "ausbrechen". Nach einigen erfolglosen Versuchen erinnerte ich mich an meine klassische Ausbildung: ich nahm die Zügel kurz und siehe da, auch die Stute erinnerte sich wohl an ihre Ausbildung. Sie nahm sofort brav den Kopf runter und ließ sich problemlos durch den Bach reiten.

Man merkt also, wer glaubt sich ohne gründliche Ausbildung einfach mal ein Pferd anzuschaffen und sich draufzusetzen, tut sich selbst keinen Gefallen.
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Mittwoch, 5. dezember 2007
Das schönste am Reitsport ist für mich ein gemütlicher Ausritt. Leider hatten wir dieses Jahr wenig Gelegenheiten. Entweder das Wetter war zu schlecht oder wir hatten keine Zeit. Aber letztes Jahr bin ich mit einer Freundin zu einem nahe gelegenen See geritten (mit dem Auto braucht man vom Stall aus ca. 10 min). Wir haben uns einen Tag mit schönem Wetter ausgesucht und uns früh verabredet.

Für den Hinweg haben wir fast 3 Stunden gebraucht. Einerseits, weil wir quer durch den Wald geritten sind (wir mußten einen kleinen Umweg reiten, weil wir unterwegs Bahnschienen überqueren mußten. Dafür gibt es nur zwei Möglichkeiten, eine Überführung und einen Tunnel und wir haben uns für die Überführung entschieden) und andererseits weil unsere beiden Angsthasen ziemlich geschlichen sind.

Aber, der Weg hat sich gelohnt. Wir konnten bis in den See hineinreiten und unsere Pferde haben es genossen. Sie haben wie wild mit den Beinen im Wasser geplanscht und meiner hätte sich sogar fast hingelegt (zum Glück konnte ich ihn bremsen, sonst wäre wohl der Sattel im Eimer gewesen).

Die Mutter meiner Freundin ist uns entgegen gekommen (sie wohnen in der Nähe des Sees) und hat Fotos gemacht. Anschließend sind wir noch in ihren Garten zu Kaffee und Kuchen. Es war herrlich.

Übrigens, für den Rückweg haben wir nur noch ca. eineinhalb Stunden gebraucht. Da sind unsere Pferde freiwillig im gestreckten Galopp gelaufen.
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Dienstag, 4. dezember 2007
Mit einem Pferd ist es wie mit einem kleinen Kind. Ist das Tier krank, leidet auch der Besitzer (sollte jedenfalls so sein). Letzten Winter fing mein Pferd plötzlich an zu lahmen. Es war wie verhext. Donnerstag im Springtraining war alles noch normal, aber Freitag in der Dressurstunde hinkte er plötzlich. Ich habe die Stunde abgebrochen und ihn einen Tag in der Box stehen lassen. Die Beine fühlten sich aber ganz normal an. Es war nichts warm oder geschwollen.

Sonntags bin ich dann mit ihm spazieren gegangen. Von Lahmheit keine Spur. Er hat sich sogar losgerissen und ist im vollen Galopp zurück zum Stall gelaufen. Wir (meine Reitlehrerin und ich) dachten, daß er sich wohl nur "vertreten" hatte. Montags wollte ich dann wieder trainieren - Pustekuchen, mein Pferd lahmte wieder. Nicht so doll wie den Freitag, aber doch merklich. Die Beine fühlten sich immer noch normal an. Also habe ich ihn wieder eine Weile in Ruhe gelassen. Er durfte zwar mit auf die Koppel, ich bin aber nicht geritten. 

Nach einer Woche habe ich ihn wieder ruhig im Schritt geführt und sogar ein wenig longiert. Es schien wieder alles in Ordnung zu sein. Den Tag danach bin ich wieder geritten - und zum Ende der Stunde lahmte mein Pferd wieder. Obwohl die Beine immer noch keine weiteren Symptome zeigten, habe ich den Tierarzt gerufen. Es wurden Röntgenaufnahmen gemacht - und der Arzt konnte nichts feststellen. Nachdem der Arzt da war, habe ich nochmal die Beine abgetastet. Jetzt endlich war ein Bein deutlich wärmer.

Ich habe einfach mal vermutet, daß sich das Gelenk entzündet haben könnte. Also habe ich Angußverbände mit Salbeitee (Salbei wirkt entzündungshemmend) gemacht, jeden Tag das Bein abgetatstet und gekühlt, wenn nötig und ich bin ein paar Wochen lang nicht geritten.

Nach ein paar Wochen bildete sich am Huf knapp unterhalb des Kronrandes eine "Auswuchtung", die seitdem langsam nach unten rauswächst. Ich habe dann (nach fast 6 Wochen Reitpause) langsam wieder mit dem Training angefangen. Mein Pferd hat seitdem nicht wieder gelahmt. Ich vermute, daß oberhalb des Kronrandes eine Entzündung oder ein Bluterguss war, der mal mehr und mal weniger schmerzte. Deswegen das unterschiedlich starke Hinken.

Gerade weil keine organische Ursache für die Lahmheit erkennbar war, hat mich die Sache eine Menge Nerven gekostet. Ich kann daher nur jedem raten: bei Lahmheiten auf jeden Fall alles checken und dann viel Geduld.
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Montag, 3. dezember 2007
Mein Pferd ist in einem Stall untergebracht, in dem er mit allem, was er braucht, versorgt wird. Er bekommt ausreichend Futter, hat eine geräumige Box und er darf den Großteil des Tages auf der Koppel verbringen.

Da futtertechnisch alle geklärt ist, bekommt er von mir nach dem Training immer nur noch ein "Leckerlie", also eine kleine Belohnung. Meistens ist es eine Schüssel mit Möhren, weil die am leichtesten zu bekommen sind. Weil ich ihm aber abwechslungsreiche Belohnung bieten möchte, habe ich mir vor einiger Zeit das Buch "Wenn Pferde kochen könnten" gekauft. In dem Buch findet man jede Menge Rezepte, wie man Pferdefutter zubereiten kann. Die Rezepte sind zwar nicht wirklich was zum Nachkochen (jedenfalls nicht für mich, weil ich schon die Zutaten kaum bekommen würde), aber mir sind dadurch gute Ideen gekommen.

Zum Beispiel gibt es in dem Buch eine Rezept für einen Salat mit Hagebutten. Hagebutten sind ein sehr guter Lieferant für Vitamin C und hier wachsen die wild am Wegesrand (es sind die Früchte einer Rose). Ich habe einfach mal eine Handvoll gepflückt - und was soll ich sagen: mein Pferd frißt die Dinger unheimlich gerne. Wenn also jetzt die Hagebutten reif sind, nehme ich mir eine Tüte mit auf meine Spaziergänge und sammele für meinen Dicken gesunde, schmackhafte und vor allem kostenlose Leckerlies.
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Montag, 3. dezember 2007
Hallo, da bin ich. Neu bei overblog. Wie sich aus meinem gewählten "Nickname" schon ersehen läßt, ist der Pferdesport meine absolute Leidenschaft. Ich reite, seitdem ich etwa 8 Jahre alt bin (so genau weiß ich das gar nicht mehr) und seit bald 5 Jahren habe ich auch ein eigenes Pferd. Ein Fuchs-Wallach mit dem Namen Mars-Maskaron. In den folgenden Beiträgen möchte ich über meine Erfahrungen berichten.

Ich fange an mit dem besonderen Sturz der letzten Spring-Stunde. Jede Woche Donnerstag ist Training mit Hindernissen. Ich bin noch ziemlich feige und deswegen sind die Hindernisse entsprechend niedrig, aber ich steigere mich langsam. In meiner Laufbahn als Reiter bin ich schon oft gestürzt, aber letzten Donnerstag habe ich eine "Premiere" geschafft: ich bin mitsamt meinem Pferd gestürzt. 

Wir sollten einen kleinen Parcours (mehrere Hindernisse, die in einer vorgeschriebenen Reihenfolge angeritten werden müssen) überwinden. Nach dem vorletzten Hindernis sollte ich eigentlich rechts weiterreiten, aber mein Pferd wollte nach links. Die Kurve war aber für die Geschwindigkeit zu eng und deshalb ist er ins Rutschen gekommen. Er wurde quasi von seinen eigenen Hinterbeinen überholt. Plötzlich lagen wir jedenfalls nebeneinander im Sand. Zum Glück ist aber weder ihm noch mir etwas passiert *auf holz klopf*.

Ich habe meinen Reitlehrer ständig "brr, brr" rufen hören. Der Ruf dient eigentlich dazu, ein Pferd zum Stehen zu bewegen. Bei einem liegenden Pferd eher überflüssig. Als ich wieder auf den Beinen stand, schaute mich meine Dicker ziemlich verdutzt an und ich mußte ganz schön lachen.

Tja, mit den Vierbeinern wird es nicht langweilig.
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