Samstag, 22. dezember 2007
Es hat zwar einen bitteren Beigeschmack, aber ein Pferd ist gesetzlich gesehen nur eine Sache. Manchmal kommt mir das auch komisch vor. Neulich hat z.B. ein Unbekannter versucht, bei einer Stute aus dem Stall den Schweif abzuschneiden (und zwar nicht nur die Haare, die wären ja nachgewachsen). Wir haben lange darüber geredet (wer so etwas tun kann und so) und natürlich auch darüber, wie man den Täter bestrafen kann. Ich habe dann ein bißchen geforscht (das Thema ist ja auch interessant). Im Ergebnis kommt der Täter (wenn man ihn denn je faßt) wahrscheinlich glimpflich davon. Es handelt sich nämlich nur um eine Sachbeschädigung verbunden mit Tierquälerei. Beide Taten ziehen keine hohen Haftstrafen nach sich. Es ist seltsam, denn auch wenn es nur Sachbeschädigung ist, bei uns allen hat es ein ähnliches Gefühl wie bei einer Körperverletzung hervorgerufen.
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Freitag, 21. dezember 2007
Jedes Jahr im Winter macht die Reitschule Winterpause. Die Schulpferde sollen sich von ihrem stressigen Job erholen können. Dadurch ist es auch im Stall stiller. Keine lärmenden Kinder, keine besorgten Muttis. Nur die Einstaller, die eigene Pferde haben, kommen zum Reiten (oder auch nicht). Letzte Woche war es sehr still. Diejenigen, die sonst in einer Reitstunde mit mir zusammen reiten, hatten keine Zeit (es stehen viele Feiern an). Tja, dadurch bin ich jetzt seit einer Woche nicht mehr geritten. Ich glaube aber, mein Pferdchen nimmt mir das nicht übel :) Gestern habe ich die Zeit genutzt, und mal wieder seine Mähne gekürzt. Im Gegensatz zu anderen Turnierreitern schneide ich seine Mähne. Obwohl sie sehr dick ist, bringt das sonst übliche Verziehen bei ihm nichts (dabei werden die Mähnehaare ausgezupft und dadurch die Mähne dünner).  Wenn ich die Mähne mal verziehe, dann sieht sie nur etwa drei Tage lang gut aus, dann drücken die nachwachsenden Haare die restliche Mähne hoch und mein Pferd bekommt eine halbe Stehmähne (das sieht bescheuert aus). Deswegen schneide ich nur noch. Damit komme ich deutlich besser klar. Es stört mich auch nicht, daß ich etwa 20 Zöpfe zustande kriege, wenn ich mein Pferd mal für ein Turnier einflechten muß. Dann hat er halt Gnubbel statt süßer kleine Knötchen. Ich finde ihn trotzdem schön. :)
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Donnerstag, 20. dezember 2007
Den richtigen Sattel zu finden kann schwer sein. Ich hatte Glück. Als ich mein Pferd gekauft habe, habe ich den Sattel einer Freundin ausprobiert. Da alles von Anfang an geklappt hat, habe ich exakt das gleiche Modell gekauft und ich bin sehr zufrieden.

Nur als ich mir einen Zweitsattel für Gelände und Springen zugelegt habe, habe ich total daneben gegriffen. Ich habe einen günstigen Sattel im Internet gefunden und bestellt. Er paßte auch auf Anhieb auf das Pferd. Nur ich kam damit überhaupt nicht klar. Einmal bin ich sogar im Gelände hinter dem Sattel gelandet (kein schönes Gefühl, weil man von da keine Kontrolle hat). Ich dachte erst, der Sattel muß nur erst weicher werden. Aber auch nachdem eine Freundin ihn regelmäßig benutzt hat, wurde es nicht besser. Leider schaffe ich es auch nicht, den Sattel wieder zu verkaufen. Scheinbar hat niemand Interesse.

Einige Freunde aus dem Stall hatten auch Probleme. Die eine mußte drei Sättel kaufen, bis sie den richtigen gefunden hat. Sie konnte die Sättel zwar wieder in Kommission geben, hat dabei aber immer wieder Verlust gemacht. Ich glaube, schlußendlich hat sie für ihren Sattel mehr bezahlt als ich, obwohl sie ein günstigeres Modell gewählt hat.

Eine andere wollte diese Probleme verhindern und hat sich einen Sattler kommen lassen. Sie hat mehrere Sättel ausprobiert und sich für ein teures Modell entschieden. Der Sattler hat dann exakt Maß genommen und den Sattel speziell für das Pferd aufgepolstert. Zunächst mal hat es länger als erwartet gedauert, bis der Sattel dann fertig war. Zum Anderen mußte er noch zweimal verändert werden, bis er tatsächlich exakt passte.

Bevor man sich also einen Sattel kauft, sollte man genau überlegen, was man braucht. Der Sattel muß sowohl zu dem Reiter als auch auf das Pferd passen. Wenn möglich, sollte man verschiedene Sättel probieren und man sollte das Pferd mit zur Anprobe nehmen. Wenn man selbst noch nicht viel Erfahrung hat, sollte man jemanden mitnehmen, der auch ein Auge auf die richtige Passform haben kann. Man sollte dabei nie blind dem Händler / Sattler vertrauen.
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Mittwoch, 19. dezember 2007
Weihnachten ist (neben anderem) die Zeit der Süßigkeiten. Schokolade, Kuchen, Kekse und vieles mehr. Es gibt kein Entrinnen. Das Schlemmen hat eine lange Tradition und wenn man zurück blickt, war es für unsere Vorfahren auch durchaus sinnvoll. Die waren bei Wind und Wetter draussen und brauchten im Winter mehr Energie.

Dank moderner Heizung kommt der moderne Mensch aber Sommers wie Winters mit der gleichen Energiemenge aus. Schlemmen und Naschen ist daher (eigentlich) überflüssig. Schade, daß die Industrie uns einen anderen Eindruck vermittelt. Deswegen habe ich ein paar (nicht immer ganz ernst gemeinte) Tips, wie man seinen Konsum regulieren kann:

1. Süßigkeiten rechtzeitig und nich erst im Trubel kaufen. Wenn man bis zum Schluß wartet, kann es leicht passieren, daß man sich hinreißen läßt, mehr zu kaufen als man braucht. Wenn man aber schon einen ausreichenden Vorrat hat.....

2. Immer einen kleinen Vorrat bereit halten. Wenn man ausreichend Süßigkeiten zu Hause hat, baut sich kein "Heißhunger" auf. Man kann immer zu sich sagen "Ich könnte, wenn ich wollte". Hat man aber nichts zu Hause, bekommt man schnell dieses "ich muß jetzt unbedingt..."-Gefühl, das sich immer weiter hochschaukelt, bis man wieder so weit ist und mehr kauft, als man eigentlich braucht. (Zumindest für mich ist es leichter, nicht zu naschen, wenn ish reichlich Süßigkeiten zu Hause liegen habe.)

3. Süßigkeiten so weglegen, daß man für jedes Stück aufstehen muß. Ehrlich, das hilft. Im Büro mache ich es auch so. Die Süßigkeiten liegen in einem anderen Raum. Wenn ich mal rumlaufe, hole ich mir ein Stück. Wenn ich Lust auf Schokolade kriege, muß ich überlegen "Will ich jetzt aufstehen?" und dadurch esse ich weniger, als wenn ich einfach nur meine Hand ausstrecken müßte.

Okay, die Strategie wird nicht jedem helfen, deswegen sind die Tips ja auch nicht ganz ernst gemeint. Ich bin kein Ernährungswissenschaftler und (zum Glück) habe ich auch nicht allzu viel Erfahrung mit Diäten (ich konnte nur immer beobachten, daß Diäten absolut nicht helfen). Ich weiß aber, daß es wichtig ist, sich ausgewogen zu ernähren. Und das heißt für mich: von allem ein bißchen und im richtigen Maß :)
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Dienstag, 18. dezember 2007
Ich träume so vor mich hin und stelle mir vor, es fängt an zu schneien. Große Flocken, die liegen bleiben. Es schneit ein paar Tage durch und dann schlägt das Wetter um. Es wird kälter und klart auf. Wir haben strahlend blauen Himmel und einige Zentimeter Schnee. Und dann mache ich einen schönen Ausritt. Mmh, das wäre schön. Leider sieht es nicht so aus, als hätten wir dieses Jahr die Gelegenheit zu einem echten Winter-Ausritt. Dabei ist das ein herrliches Erlebnis. Der Schnee schluckt alle Geräusche und es ist wunderbar still. Die Luft ist klar und trocken und man kann wunderbar durchatmen. Die Pferde schnauben und entspannen, sie müssen nicht rennen sondern können ganz gemütlich dahin "schlendern". Klar, man ist innerhalb kürzester Zeit so richtig durchgefroren. Aber wenn es sonnig und windstill ist, wird es einem nicht zu kalt. Und das Schönste ist dann die Tasse heißer Tee (oder Glühwein) wenn man in den Stall zurück kommt.
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Montag, 17. dezember 2007
Weihnachtsfeiern sind doch was Schönes. Im Reitverein machen wir jedes Jahr auch eine Feier speziell für die Kinder, wo dann auch der Weihnachtsmann kommt. Wir veranstalten einen kleinen, reiterlichen Wettbewerb, bei dem es einen lebendigen Weihnachtsbraten zu gewinnen gibt. Es gibt Kuchen, Glühwein und Kakao.

Letzten Freitag war es soweit. Die Kinder mußten hoch zu Roß Wäsche auf einen Leine aufhängen. Sie hatten jeweils 3 min Zeit. Es war ein Riesenspaß. Als Preis gab es diesmal eine Pute (Gänse waren nicht in ausreichender Menge vorhanden, der Fuchs hat zuviele geholt).

Bei der anschließenden Bescherung haben einige der kleineren Kinder sogar geheult (dabei sah unser Weihnachtsmann gar nicht so schrecklich aus). Es stimmt wohl doch, daß der Weihnachtsmann für Kinder gar nicht so anziehend ist. Aber nachdem sie sich beruhigt hatten, haben sie sich doch über die Geschenke gefreut.

Tja, bis Anfang Januar findet jetzt erstmal kein Reitunterricht statt. Die Schulpferde sollen sich mal ein bißchen ausruhen können. Aber keine Angst - sie dürfen sich bewegen. Bei uns im Stall kommen alle Pferde täglich auf die Koppel.
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Freitag, 14. dezember 2007

Schon komisch, wie ich mich mit dem Betrieb identifiziere, in dem doch eigentlich nur mein Pferd untergebracht ist. Aber - es ist mein Stall. Ich habe dort gute Freunde, die Atmosphäre stimmt einfach (auch wenn es ab und zu mal Zickenterror gibt). Seit gestern hat "mein" Stall Zuwachs. Neben den Schul-, Sport-, Zucht- und Privatpferden stehen jetzt auch 21 Traber dort. Schöne Tiere. Ganz anders als unsere Ponys und Warmblüter. Insgesamt stehen jetzt 76 Pferde in den Stallungen (die Schulponys mußten sogar in die ehemalige kleine Reithalle umziehen). Wenn die Chefin mit dem Eigentümer der Traber einig wird, sollen noch zusätzliche Boxen angebaut werden. Das lohnt sich aber erst, wenn die Traber auch länger bleiben und nicht schon nach ein paar Monaten wieder abgeholt werden :).

Wow, wenn man sich vorstellt, daß vor 16 Jahren alles mit nur einem Pferd angefangen hat (naja, mehr oder weniger). Es ist seltsam, dem Stall so beim Wachsen zuzuschauen. Nach und nach kommt immer wieder was Neues dazu. Gosh, wenn das so weitergeht werden "wir" noch ein Nobelstall ;).

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Donnerstag, 13. dezember 2007
Ich bin ja im Allgemeinen mißtrauisch gegenüber Ärzten. Tierärzte machen da bei keine Ausnahme.

Als ich mein Pferd gekauft habe, hatte er schon eine seltsame, schorfige Stelle an den Nüstern. Ich dachte an eine Verletzung und habe mit einer Art Wundsalbe behandelt. Als keinerlei Besserung eintrat, habe ich die Tochter meiner Trainerin gefragt (die ja doch etwas mehr Ahnung hat). Sie hat mir geraten, einen Tierarzt zu fragen (sie vermutete eine Warze). Als das nächste Mal eine Tierärztin auf dem Hof war, habe ich sie also gefragt - sie bestätigte die Diagnose und hat mir ein homöopatisches Mittel gegen Warzen gegeben. Zunächst schien sich der Zustand zu bessern, dann wurde es aber wieder schlimmer. Nach mehreren Monaten (in denen ich immer das Mittel gegeben habe) habe ich einen anderen Arzt gefragt (eigentlich wollte ich ein "schärferes" Mittel). Der diagnostizierte Herpes und riet mir zu Aziclovir-Salbe. Ich bin also in die Apotheke und habe mir Herpes-Salbe besorgt, die ich dann auch täglich aufgetragen habe. Parallel habe ich mich im Internet über Herpes informiert (bei Pferden verläuft eine Infektion meist tödlich und kann chronische Lahmheit nach sich ziehen). Ich fand ein paar Tips, wie man das Immunsystem stärken kann (Zufütterung von Lysin) und ich habe auch die umgesetzt. Wie zuvor zeigte sich zunächst eine Verbesserung, aber wieder nur kurz. Ich habe dann die Herpes-Behandlung abgesetzt und weiter im Internet geforscht. Neben Herpes kamen Warzen oder Flechten in Betracht (die beide gar nicht oder nur mit OP behandelbar sind). Ich habe eine Weile mit verschiedenen Wundsalben experimentiert - alles ohne Erfolg.

Schlußendlich habe ich aufgegeben und gar nichts mehr gemacht. Da die schorfige Stelle mein Pferd nicht zu stören schien, habe ich sie einfach ignoriert. Ich glaube, ich habe mich etwa ein Jahr oder länger nicht damit beschäftigt, bis eine neue Auszubildende an den Hof kam (dieses Jahr im August). Ihr wollte ich die Stelle zeigen (damit sie Bescheid weiß und sich nichts dabei denkt). Daraus wurde aber nichts, weil die Stelle plötzlich weg war. Tja, ich hätte wohl von Anfang an einfach warten sollen :).

Ich sage nicht, daß man im Zweifelsfall nicht einen Tierarzt rufen sollte, man sollte aber eine Diagnose nicht ohne weiteres hinnehmen. Da Pferde nicht sprechen können sollte man jedes Anzeichen, jede Veränderung beobachten und notfalls auch selbst nach möglichen Krankheiten forschen. Und man sollte immer einen Rest Mißtrauen bewahren.
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Mittwoch, 12. dezember 2007
Heute ein Rezept, das ich erst kennengelernt habe, als ich in den Osten Deutschlands (das Gebiet der ehemaligen DDR) gezogen bin. Eigentlich handelt es sich um ein typisches Reste-Essen und jeder hier hat ein eigenes Rezept. Ich nehme Tomaten (am besten aus der Dose), Zwiebeln, Fleich oder Wurst, Paprika, Gewürzgurken und Gewürze (Salz, Pfeffer, Paprika, Cardamom ...). Zwiebeln, Paprika, Fleisch und Gewürzgurken klein schneiden (bei frischen Tomaten die natürlich auch), nach und nach Zwiebeln und Paprika anbraten. Tomaten (bei frischen Tomaten kommt dann noch Brühe dazu), Fleisch und Gewürzgurken und etwas Gurkenwasser zugeben. Mit Salz, Pfeffer und Paprika abschmecken (wer es etwas süßer mag kann auch noch Honig zugeben) und das ganze kochen lassen.

Statt Fleisch kann man auch gut Fisch oder Tofu nehmen, viele fügen auch noch Letscho hinzu (das mag ich aber nicht so gerne).

Viel Spaß beim ausprobieren und guten Appetit.
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Dienstag, 11. dezember 2007
Ich koche unheimlich gerne, habe aber nur wenig Zeit. Deswegen sammele ich Rezepte von Gerichten, die schnell zubereitet sind und trotzdem gut schmecken. Ein paar dieser Gericht würde ich gerne vorstellen und heute fange ich an mit "Schnus" (keine Ahnung, ob das jetzt richtig geschrieben ist, ich habe das Rezept bis jetzt noch nie aufgeschrieben). Es handelt sich dabei um eine Beilage, die gut zu allen Arten von Fleisch schmeckt. Man braucht dazu Zwiebeln, Speck, Kohlrabi, Möhren und Kartoffeln, außerdem zum Würzen Salz, Pfeffer und Kümmel.

Alle Zutaten werden in grobe Würfel geschnitten und nach und nach in einer Pfanne angebraten (wenn die Zwiebeln glasig werden, Hitze reduzieren). Bei geringer Hitze und mit geschlossenem Deckel langsam garen lassen (etwa 20 min), dabei von Zeit zu Zeit umrühren, damit nichts anbrennt. Fertig.

Ich hatte Schnus heute zum Mittag mit ein paar kleinen Frikadellen (auch selbst gemacht, versteht sich).
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